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Waisenhaus Richterswil 1909 - 1962

Fassaden und Innenwelten 

Vom Waisenhaus in Richterswil (1909-1962)

Während eines halben Jahrhunderts wurden im Waisenhaus von Richterswil um die 300 Mädchen und Buben zur Erziehung platziert. Die meisten waren von verarmten oder überforderten Eltern getrennt und im Heim fremdplatziert worden. Sie kamen aus dem Dorf, aus der Umgebung, aber auch aus Zürich und von anderswo. Abgeschirmt vom Dorf wurden sie auf ihrer Heiminsel erzogen, gezüchtig, zur Arbeit ertüchtigt. Drei Generationen von Heimeltern führten das Waisenhaus in unbestrittener Autorität.
 
Wie erlebten die Kinder ihre «Familie» im Heim? Wie gestaltete sich ihr Alltag hinter der Pforte der prächtigen Villa am See? Und wie war es möglich, dass unerträgliche Gewalt von den Aufsichtsbehörden gebilligt und verschwiegen wurde?

Die Sozialbehörde von Richterswil hat mit der finanziellen Zusage des Gemeinderates entschieden, u.a. mit einer Ausstellung die Geschichte des Waisenhauses aufzuarbeiten. Dabei sollen vor allem die Ehemaligen, die einstigen Kinder, zu Wort kommen: Mit ihren Innenansichten, ihren Leidens- und Lebensgeschichten. Die Geschehnisse sollen eingebettet werden in den historischen Kontext fürsorgerischer Zwangsmassnahmen. Für zwei Wochen wird das Ortsmuseum sich wandeln, wird zum Resonanzraum für ein abseitiges, lange verschwiegenes Stück Dorfgeschichte.

Waisenhaus Richterswil, Bild aus den 1950er-Jahren

Ausstellung im Ortsmuseum Richterswil
Haus zum Bären | 4. – 20. Juni 2021

 

Medienberichte

Zeitzeugen erzählen, was im Waisenhaus wirklich vor sich ging (Zürichsee-Zeitung, 27.12.2020)